Zeichen der Hoffnung

jok_erdbebenaktion001.jpgNoch immer vergeht kein Tag, an dem das schwere Erdbeben in Sichuan nicht die Chinesen, die Medien aber auch die ausländischen Unternehmen in China beschäftigt.

Viele der ausländischen in China ansässigen Unternehmen haben sich mit eigen Spenden- und Hilfsaktionen der allgemeinen Hilfsbereitschaft angeschlossen. Eine von vielen Aktionen, die Hoffnung macht, ist die eines großen deutschen Zeltproduzenten, der über seine Vertretung in Shanghai auch in China erfolgreich ist. Das Unternehmen stattet die Olympischen Spiele mit Zelten aus und hat bereits mehrere Zelte als Spende in die Katastrophenregion geschickt. Zum Weltkindertag am Sonntag hat sich Geschäftsführer Dirk Gruber in China nun etwas Besonderes ausgedacht.

Zwei Zelte, die als temporäre Schulen im Erdbebengebiet genutzt werden sollen, wurden am Mittwoch an der Deutschen Schule Shanghai und an einer Chinesischen Schule aufgebaut, wo sie von den Schülern bemalt und mit Botschaften an die Schüler im Erdbebengebiet versehen wurden. Bereits am Donnerstag waren die Zelte auf dem Weg zu ihrem Bestimmungsort, wo sie den Schülern einer Schule, die zwei Drittel ihrer Mitschüler im Erdbeben verloren haben neue Hoffnung und ein Stück Normalität im Alltag geben sollen.

Obwohl die Geschichte professionell begleitet wurde und das Medieninteresse groß war, wollen die Beteiligten die Aktion keinesfalls als „Werbeaktion“ sondern als Zeichen der Verbundenheit und der Solidarität mit ihrem Gastland verstanden wissen. Und wer gesehen hat, mit welcher Hingabe und mit welchem Engagement die Schüler ihre Mitleids- und Sympathiebekundungen, ihre Bilder, Symbole und Unterschriften auf der Zeltplane verewigt haben, weiß, dass es genau das war: Ein Zeichen der Hoffnung, des stillen Verständnisses zwischen Kindern und Jugendlichen, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl.

„Die Zeit heilt alle Wunden“, haben die deutschen Schüler auf die Plane geschrieben, „Wir fühlen mit euch“, „Wir denken an euch“, „Gebt nicht auf“, „Wir hoffen, wir können euch helfen“, „Verliert nicht eure Hoffnung“.

Dass einige der Betroffenen zumindest ihren trockenen Humor, der vielen Chinesen eigen ist, nicht verloren haben beweist die folgenden Geschichte, von der niemand weiß, ob sie wahr ist, die aber zeigt, dass Humor auch in Zeiten katastrophaler Ereignisse und persönlicher Schicksalsschläge ein wichtiges Ventil sein kann. Die Story kursiert auf den chinesischen Webseiten der Universitäten.

Ein von ausländischen Hilfskräften nach mehreren Tagen aus den Schuttmassen befreiter Chinese wurde nach der ersten ärztlichen Versorgung gefragt, wie er sich fühle und was ihm nach der Rettung durch den Kopf ginge: „Ich dachte, als ich meine Retter sah“, sagte der Chinese, „das muss ein verdammt schweres Erdbeben gewesen sein, wenn sie mich danach im Ausland ausgraben.“ Auch seine Befreier sollen darüber herzlich gelacht haben.          

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