Lederhosen im Jahr 2008

Hier ein Nachtrag zum Beitrag „Lederhosen und deutsche Schlager in Shanghai“ vom November 2005: Auch wenn sich an der dargestellten Situation nichts grundsätzliches geändert hat – die Stammtische gibt es noch, das Paulaner ist noch immer erfolgreich, die German Chamber arbeitet noch – haben sich doch die Zahlen ziemlich verändert. Bewegung heißt hier eben oft einfach auch Wachstum, und das gilt auf allen Ebenen.

Die deutsche Community wird inwischen auf 10.000 bis 15.000 Köpfe geschätzt, nachprüfbare Zahlen haben ich aber derzeit nicht. Dass sich die in Shanghai ansässigen Firmen vermehrt haben dürften, lässt sich wohl schon allein daran ablesen, dass sich die Zahl der Schüler an der Deutschen Schule vervielfacht hat – immer mehr Expats kommen nach Shanghai und mit ihnen ihre Familien. Die offizielle Zahl deutscher Firmen in und um Shanghai liegt bei derzeit etwa 2000 bis 2500.

Die Bierpreise dürften etwa die gleichen sein wie damals – obwohl die 4,50 € im Paulaner nur mit der Mitgliedschaft in der AHK gelten, normal liegt der Preis bei etwa 6 €, was ziemlich happig ist, wie ich finde. Vielleicht hat das dazu beigetragen, dass ich lange nicht mehr im Paulaner war, der Hauptgrund ist aber schlicht, dass ich meine Zeit mit anderen Dingen verbracht habe. Ich plane allerdings seit langem, da mal wieder aufzuschlagen, dann werden wir sehen.

Und auch wenn ich dem deutschen Brauchtum lange nicht gefrönt habe – Lederhosen sieht man heute wohl eher mehr. Inzwischen veranstalten hier einige Hotels und größere Kneipen ein eigenes Oktoberfest – nicht nur in Shanghai. Dafür werden unter anderem deutsche Bands und Schlagersternchen aus Deutschland und Mallorca eingeflogen, die hier reichlich Kohle dafür einsacken, dass sie in Lederhosen solange deutsches Lied- und Grölgut zum besten geben, bis den feiernden Laoweis auch der (traditionelle) chinesische Medizinmann nicht mehr helfen kann. Daran wird sich auch im Jahr 2008 nichts ändern. 

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