Das Jahr des Hundes
Chinesen lassen es gerne Krachen. Das alte Jahr haben sie in der Nacht vom 29. Januar mit Karacho verabschiedet, das neue – das Jahr des Hundes – mit nicht enden wollenden Donnerschlägen und Raketen begrüßt. Zuvor wurden symbolische Geldgeschenke verbrannt – nicht selten im Hausflur. Das war allerdings nur der Auftakt, seitdem wird gefeiert.
Das heißt, dass man seine Verwandten besucht, gemeinsam essen geht, trinkt und spielt. Kartenspiele und Majiang im Kreise der Familie oder auch in Spielbetrieben stehen in diesen Tagen ganz hoch im Kurs. Und Geld ausgeben gehört nach einer staatlichen Umfrage zu den Lieblingsbeschäftigungen an den Feiertagen – nicht nur beim Spielen. Abgesehen von den traditionellen Geldgeschenken und den Neujahrsartikeln, die man eben so braucht, geben die Chinesen ihr Geld für Restaurantbesuche aber auch für Reisen oder Anschaffungen aus, die während des Frühlingsfestes besonders günstig angeboten werden. Dazu gehören zum Beispiel Haushaltsgeräte und Mobiltelefone. Denn obwohl offiziell jeder in China eine Woche frei hat, bleibt nicht nur das öffentliche Leben funktionsfähig, auch die meisten Geschäfte haben während der Feiertage geöffnet.
Und so bleibt es denn auch während des Frühlingsfestes überall lebhaft und laut. Auch in der eigenen Wohnung, denn Besucher kommen und gehen fast überall nach Belieben. Wenn sie nach wenigen Minuten wieder aufbrechen, weil sie noch irgendetwas anderes zu tun haben, ist das für jeden okay – niemand ist da eine Erklärung schuldig. Meistens bleiben sie aber länger und früher oder später hallt dann das laute Klappern der Majiang-Steine durch die rauchgeschwängerten Räume. Bis Samstag geht das wohl noch so – ab Sonntag wird offiziell wieder gearbeitet.
Das Jahr des Hundes wird übrigens 385 Tage beziehungsweise 13 Monate haben und am 17. Februar 2007 zu Ende sein. Das kommt recht selten vor – seit dem Jahr 221 vor Christus nur 12 Mal. Zwischen dem siebten und dem achten Mondmonat wird ein Schaltmonat eingefügt. Außerdem wird das Mondjahr zwei Frühlingsanfänge (Lichun) haben, am 4. Februar der Jahre 2006 und 2007. Vielen Chinesen gilt das als gutes Zeichen für eine Eheschließung. Und so sind einige Hochzeitsagenturen, die in China sehr wichtig sind, bereits für einige Monate im neuen Jahr ausgebucht.
Für mich heißt das, dass es den Rest des Jahres ziemlich oft ziemlich laut wird, denn ein anständiges Feuerwerk - das heißt, möglichst laut und möglichst viel Rauch - gehört in China auch bei Hochzeiten einfach dazu. Chinesen lassen es eben gerne Krachen.